Hier finden Sie die
Inter@ktiv-Jahresberichte aus den Jahren
2008 (PDF, 766 KB)
2007 (PDF, 2,89 MB)
2006 (PDF, 2,81 MB)
2005 (PDF, 505 KB)
2004 (PDF, 342 KB)
Inter@ktiv 2003: Das Netzwerk lebt - Medien bilden
Kinder und Jugendliche wachsen in und mit Medienwelten auf, ganz selbstverständlich. Aber welche Wirkungen und Folgen das haben wird – das wissen wir eigentlich nicht. Medien faszinieren Kinder und Jugendliche, machen Spaß und (ver-)brauchen viel Zeit, transportieren vielerlei Inhalte von Käse bis Kunst, von platt bis partizipativ, von Werten bis Wunderlichkeiten, von Schrott bis Schönheit – das wissen wir und erfahren es im Umgang mit Kindern und Jugendlichen täglich.
Aber wie eine funktionierend-selbstverständliche Medienbildung sein müsste, flächendeckend und alltagstauglich anzubieten – das wissen wir Kultur- und Medienpädagogik-Profis eigentlich auch nicht so genau. Was wir jedoch wissen und inzwischen zugeben müssen ist, dass Kinder und Jugendliche durchaus kommunikativ, kompetent, souverän und experimentell lernend mit den jeweils neuen medialen Techniken und Spielen, mit Soft- und Hardware umgehen können.
Was können wir tun? Kommunal und kulturell und im öffentlichen Bildungsauftrag: Eine offene, für alle zugängliche und durchaus auch mit pädagogisch qualifizierten und unterstützenden Erwachsenen angereicherte Bildungslandschaft verschiedenster Einrichtungen und Angebote, Zugänge und Lernformen, Inhalten und Technologien bereitstellen und entwickeln, sozusagen als Dauer-Bildungsbaustelle „für alle“: Einen real-digitalen Bildungsraum zwischen „Sinne & Cyber“. Das etwa ist das Leitbild der AG Inter@ktiv. Und dies ist auch die Logik und Zielrichtung unseres Mottos 2003:
Medien bilden – aber wie!?
mit und ohne Ausrufe- und Fragezeichen, als Faktum und als Problem für Erziehung und Bildung von Elternhaus über Umwelt, Gleichaltrigengruppe bis professionelle Jugendarbeit, Schule und Unterricht.
Medien als selbstverständlicher Teil, aber eben nur Teil des Lebens und Lernens der Kinder und Jugendlichen begreifen und so eine Art erweitertes Verständnis, auch der Rolle der Medien dabei zu entwerfen – das ist ein zeitgemäßes Bildungsziel. Es geht darum, einen für die Gestaltung der je eigenen Biografie nützlichen Umgang mit Medien zu ermöglichen: Das ist Medienbildung im ganzheitlichen Verständnis und im unmittelbaren Bezug zur Lebensumwelt – wie sie etwa eine Stadt, mehr oder weniger anregungsreich, nachhaltig, erfahrungsintensiv zu bieten hat. Dazu aber gehören dann auch sozusagen als integraler Teil die Medienwelten in aller Vielfalt: Foto, Film, Audio, Fernsehen, Computer, Internet ...
Die AG Inter@ktiv ist und bleibt diesem sowohl sozialen wie auch politischen und kulturellen Ziel verpflichtet: Medienbildung im kommunalen Rahmen und für alle ermöglichen, und zunehmend auch mit Akzeptanz der Perspektive des „lebenslangen Lernens“.
Medienbildung 2003? Zur Sache formuliert und fordert der Medienpädagoge Franz Josef Röll, „dass Lernprozesse besonders erfolgreich sind, wenn ‚Lernen’ nicht als Qual, sondern als ‚Spaß’ verstanden wird“ und plädiert für eine „Pädagogik der Navigation“ oder vom „Unter-richten zum Auf-richten“.
Sich in einer unendlichen, unübersichtlichen Sinnes- und Cyberwelt der Realien und Simulationen, der Rationalitäten und Emotionen, des Wirklichen und des Gefälschten zurecht zu finden, in dieser Welt sich orientieren, „navigieren“ zu lernen und dabei eine eigene, seine eigene Identität selbst-bewusst entwickeln zu können: Das ist, wäre unser Ideal einer sowohl humanen wie kritischen, aber auch sinnenfreudig-lustvollen Medienbildung für das 21. Jahrhundert.
Genau das wollen wir im Rahmen unseres Herbstevents Inter@ktiv 2003 diskutieren und dabei weiter nach Praxisformen und begründenden Argumentationen suchen.
Wir wollen uns informieren – aus erster Hand. Denn ohne Wissen im überregionalen und auch internationalen Rahmen lässt sich auch „lokal“ im Zeichen von Globalisierung, im Horizont zukunftsfähiger Bildung, in der Dynamik der medientechnischen Entwicklung und im experimentellen Raum der Medienkünste, eine „Kultur des Aufwachsens mit Medien“, das „Leben lernen im Medienzeitalter“ nicht ausreichend und aktiv gestalten. Hier im Interesse der nachwachsenden Generation Bestmögliches zu leisten – das ist das Selbstverständnis und die Verpflichtung der AG Inter@ktiv. Und das alles nach wie vor durchaus interaktiv, kommunikativ, innovativ, produktiv, partizipativ, kreativ....
Wir waren und sind weiter inter@ktiv!
Neu 2003: z.B. die Inter@ktiv-Mediensalons
Die „Arbeitsgemeinschaft Inter@ktiv“ mit der seit 2001 extra geförderten Organisationsstelle bei PA/ SPIELkultur e.V. hatte 2003 tatsächlich ihr 9.Jahr! Dieses kommunale und medienkulturelle Netzwerk lebt und entfaltet sich weiterhin. Es gilt auch überregional, bundesweit als beispielhaft. Allerdings gilt auch hier: „Vernetzen ist schön, macht aber viel Arbeit“ – frei nach Karl Valentin.
„Inter@ktiv 2003“ hatte insofern seine besondere Bedeutung: Wie langfristig geplant, geht die Organisationsstelle einschließlich Förderung nach dem Drei-Jahres-Zeitraum an einen anderen Partner über. Dies galt es 2003 zu moderieren und zu präzisieren in enger Absprache mit den zuständigen Partnern der „KoFo-Referate“ (Kultur/ Schule/ Soziales). Dies ist gelungen, und zwar Effizienz steigernd – so ist zu erwarten.
Zwei AG-Mitglieder (sozusagen der „ersten Stunde“ und unverzichtbare Säulen der AG Inter@ktiv) übernehmen 2004 – 2006 je Teilbereiche der AG Inter@ktiv:
· Inter@ktiv unterm Jahr: Studio im Netz (SIN)
· Inter@ktiv-Herbstevent: Medienzentrum München (MZM/ JFF)
Neben den geplanten Verläufen 2003 der AG Inter@ktiv, insbesondere das bisher umfangreichste „Herbstevent“ („100 Veranstaltungen von über 50 Partnern“) mit der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Christian Ude gab es eine neue Programmreihe, die die übers Jahr verteilten Angebote intensivieren konnten, auch in vielfachen Kooperationen: die „Inter@ktiv-Mediensalons“ mit sehr erfolgreichem Start. Im Überblick:
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wann |
wer |
wo |
Thema |
Partner |
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20.05.03 |
Prof. Dr. Manfred Prenzel |
Rathaus |
PISA, Kultur und Medien. |
·
Kulturforum |
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27.05.03 |
Prof.Dr. Josef Weizenbaum |
Künstlerhaus |
Die digitalisierte Gesellschaft – pro und contra |
· Kulturforum |
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08.07.03 |
Gerfried Stocker |
Literaturhaus |
Medienkunst |
·
Kulturforum |
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24.07.03 |
Dr. Christina Weiss |
Künstlerhaus |
Künste und Medien im Bund |
·
Kulturforum |
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30.09.03 |
Prof.Dr. Thomas Rauschenbach |
Deutsches Jugendinstitut |
Bildung ist mehr ... |
·
Kulturforum |
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30.10.03 |
Prof.Dr. Winfried Marotzki |
Hochschule für Philosophie |
Was passiert in virtuellen Communities? |
·
Kulturforum |
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18.11.03 |
Prof.Dr. Laurenz Volkmann |
Akademie der Bildenden Künste |
Postmoderne Identitätskonstruktionen |
·
Akademie der Bildenden Künste |
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05.12.03 |
Prof.Dr. Ernst Peter Fischer |
Rathaus |
Einstein trifft Picasso und geht mit ihm ins Kino ... |
·
Akademie der Bildenden Künste |
Das
Netzwerk
Inter@ktiv
lebt und ist nützlich: Das erwies sich unter anderem auch bei der Etablierung
des neuen Kinderportals im Rahmen des München-Portals, etwa durch Zuarbeit,
Beratung, Engagement.
(Dr. Wolfgang Zacharias, AG Inter@ktiv/ Organisationsstelle)
Die AG
Inter@ktiv im
städtischen Interesse Münchens.
Das Grußwort des Schirmherrn, Oberbürgermeister Christian Ude, zum
Inter@ktiv-Herbstevent
2003:
München – eine Stadt der Künste, Kulturen und Medien: Das ist unser besonderes und wertvolles Kapital und unsere unverwechselbare „corporate identity“ – über die Jahre und Jahrzehnte gewachsen, gepflegt, erhalten und immer wieder erneuert: Münchner Kultur.
München – eine Stadt für Kinder, Jugendliche und Familien: Das ist die wichtigste gegenwärtige Aufgabe im Interesse einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtentwicklung, insbesondere auch für den „Kultur- und Medienstandort München“ und seine Lebensqualität.
Es gilt nun, unseren Münchner Kindern und Jugendlichen alle Möglichkeiten zu öffnen, sich mit den alten und neuen, lokalen und globalen Künsten, Kulturen und Medien vertraut zu machen. Es gilt, sie so damit zu befassen, sie zu motivieren, dass sie sich damit identifizieren können: Sowohl entsprechend der „ererbten“ Herkunft wie auch zugunsten gestaltbarer Zukünfte – sozusagen im eigenen Interesse, aber über den Eigennutz hinaus auch zugunsten des sozialen und kulturellen gemeinschaftlichen Engagements für und in unserer Stadt.
Es ist unsere öffentliche Aufgabe, dafür die bestmöglichen Bedingungen herzustellen: Bildungschancen in aller Vielfalt und für alle Kinder und Jugendlichen – soweit kommunal zu verantworten, gestaltbar und finanzierbar. Allerdings sind uns da leider Grenzen gesetzt, zugegeben besonders entsprechend der kommunalen Haushaltslage nach 2000.
Aber: München hat ein hohes Niveau, insbesondere was die kommunale Kultur- und Bildungslandschaft sowohl entsprechend stadtweiter und überregionaler „Leuchttürme“ wie auch die vielen Einrichtungen und Projekte bis weit in die Stadtteile hinein betrifft. Im Vergleich mit anderen Städten steht München nach wie vor gut da. Und das soll so bleiben!
Und: Alles, was wir für die kulturelle und mediale Bildung unserer Kinder und Jugendlichen tun können, ist Teil und Beitrag zugunsten lebenswichtiger Zukunftsinvestitionen für München im 21. Jahrhundert. Das ist meine feste Überzeugung.
Kindheit und Jugend in München – das soll immer auch heißen: Die Schönheit und den kulturellen Reichtum, die Natur und das pulsierende Leben in der Stadt gleichermaßen positiv erfahren und erleben zu können: „Leben lernen in München“ ist das Motto. Und natürlich auch „mit den neuen Medien“ ist aktuell zu ergänzen.
Heute aber gehört dazu die weltoffene Vernetzung, die mediale Präsenz und Partizipation an und in der weltweiten Informationsgesellschaft. Neben einem „guten Leben“ vor Ort im Prinzip des „Lernziels Lebenskunst“ gilt es also auch den Anschluss an die und die aktive Teilhabe an den multimedialen, digitalen Welten, den Cyberspace und die Netzwerkgesellschaft zu öffnen. Es ist dies eben auch eine kommunale Bildungsaufgabe: Zugänge, Wissen und Aktivitäten in Bezug auf die multimedialen Welten ermöglichen – für alle und ausgehend von der sinnlich-realen städtischen Lebensumwelt: Wo man lebt, verankert ist und idealerweise so etwas wie Heimat findet, fühlt.
Die Arbeitsgemeinschaft und das Netzwerk „Inter@ktiv“ ist – tatsächlich nun schon im neunten Jahr – Garant und Symbol dafür, dass es in München eine lebendige, vielfältige und attraktive Szene von Programmen und Angeboten gibt, die sich mit dem Zusammenhang von Jugend, Kunst, Kultur, Bildung und Medien aller Art beschäftigen: In der Spannweite von „Sinnenreichen“ und „Cyberwelten“ und im Versuch, mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen Balancen und Erfahrungen dafür anzubieten. Es geht dann darum, Lern- und Bildungsangebote durchaus auch mit Spaß, Unterhaltungswert, Freizeitqualität und neuesten Techniken zu verbinden und Interesse zu wecken.
Inter@ktiv 2003 mit dem Motto „Mit Medien leben lernen“ lenkt die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang von Lebensgestaltung im Medienzeitalter, und damit auch auf die Verantwortung der älteren Generation, der jüngren Generation dafür bestmögliche Entwicklungs- und Erfahrungschancen zu geben.
Vielerlei Veranstaltungen von vielen Partnern bieten dafür eine kooperative und kompetente Plattform: Von Schulangeboten auf der Computermesse Systems 2003 über die informativen Inter@ktiv-Salons, die Tagungen, Fortbildungen und Workshops z.B. der Volkshochschule und des Pädagogischen Instituts für ErzieherInnen, LehrerInnen, Kultur-, Spiel- und SozialpädagogInnen wie auch Eltern, der Arbeit am „Kinderportal“ im Rahmen des München-Portals und den Wettbewerben wie PÄDI, Clip-Club-Cup bis zu den Familien- und Ferienspielaktionen im „Artespace“ – das alles bietet Inter@ktiv 2003. Ein „Markt der Möglichkeiten“ – nicht für jeden alles, aber dafür Unterschiedliches für viele.
Im Namen der Stadt München bedanke ich mich bei denen, die das „Netzwerk Inter@ktiv“ übers Jahr und insbesondere das inzwischen auch bundesweit renommierte „Herbstevent“ organisieren. Ich wünsche allen TeilnehmerInnen jung und alt unterhaltsame und informative, amüsante und lehrreiche Veranstaltungen zwischen „Sinne und Cyber“. Es ist ein Beitrag, eine persönliche Chance zum „Leben lernen“ und auch zum „lebenslangen Lernen“ in der Mediengesellschaft, aber mit Fundamenten und Lebensformen in der realen lebens- und liebenswerten Stadt München.
Christian Ude
Oberbürgermeister
„Inter@ktiv 2002“ – im achten Jahr der Initiative und im zweiten Jahr der kommunalen Förderung der Organisationsstelle sowie einzelner Programmlinien/ Veranstaltungen in Höhe von 75.000,00 EUR – konnte seine Aktivitäten sowohl unterm Jahr wie vor allem im Rahmen des „Herbstevents“ intensivieren und auch neue Partner gewinnen.
Das „Netzwerk“ lebt, Medienbildung und Medienpädagogik querschnittsorientiert entsprechend der kommunalen Politik- und Verwaltungsbereiche Jugend/ Soziales – Schule – Kultur hat – wie wir immer wieder und durchaus staunend feststellen können – eine bundesweit ziemlich einmalige kooperative Infrastruktur und Informationsqualität, von der Vielfalt der real existierenden Angebote der vielen Partner, Einrichtungen und Träger ganz abgesehen.
„Vernetzung“ und „Kooperation“ auf hohem Niveau mit sowohl personalen wie strukturell-systematischen Qualitäten hat in München nach wie vor sowohl routinierte Tradition wie auch innovative Aktualität: Das verpflichtet.
Denn natürlich ist es auch immer wieder das Schicksal gering formalisierter und vom freiwilligen Engagement vieler getragener gemeinsamer Strukturentwicklungen wie auch Veranstaltungen, langsam-schleichend an Motivation, Effizienz und Perspektive zu verlieren, in eine Art alltäglichen Trott zu verfallen. Da strahlt dann die Initiative nichts mehr aus, Entwicklungen lassen sich nicht mehr wahrnehmen und vor allem auch nicht mehr so recht gestalten bzw. anstoßen entsprechend eines eingefahrenen „status quo“. Das ist ein Kennzeichen sich institutionalisierender, formalisierender Netzwerke in z.T. auch öffentlicher Verantwortung. Das wollen wir natürlich nicht, klar.
Und 2002 in Sachen „AG Inter@ktiv“ war das auch nicht so: Toitoitoi für 2003/ 2004 ... zumal die kommunalen Bedarfslagen und die überregionalen Diskussionsverläufe durchaus auf Veränderungen, auf Gestaltungschancen und auf Innovationsimpulse hinweisen, ohne die fachspezifische Entwicklungen z.Zt. nicht denkbar sind. Auch manche bewährte Organisations- und Angebotsstrukturen bzw. Verwaltungs- und Politikmuster haben aktuell ja langfristig wenig Überlebenschancen – vor allem in den offenen, ungesicherten und nah an gesellschaftlichen Umbrüchen, Feldern der schwerpunktmäßig außerschulischen Kultur- und Medienpädagogik und im Horizont der „digitalen Herausforderung“. Oder im Horizont der „Konsolidierung“, sprich „Kürzungen“.
Darum ging, geht es im Laufe 2002, zur Zeit und wohl auch weiterhin:
· PISA-Studie und die Folgen: Bildungsoffensive wie, wo, mit wem und wohin? Welche Rolle spielen die Medien dabei? Infotainment, Edutainment? Schulen und Jugendarbeit ans Netz? Lernziel Medienkompetenz? Qualitative Medienbildung?
· Auf dem Weg zur Ganztagsschule: Wer bedient zukünftig den „Nachmittagsmarkt“? Und wie teilen sich schulische und außerschulische Angebote das begrenzte Zeitbudget der Kinder und Jugendlichen mit den faszinierenden expansiven und kommerziellen Medienangeboten? Es wird eng ...
· Kommunale Finanzschwäche? Wo wird gespart, wo darf gerade aus Investitionsgründen von Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit nicht gespart werden? Wird, darf an der Medienbildung gespart werden? Kurzfristig? Kurzsichtig?
· Medienkompetenz und Arbeitsmarkt, inhaltsspezifische Wissensaneignung und allgemeine Schlüsselkompetenzen haben eine Art neuen Komplex zeitgemäßer Bildungsanforderungen an professionelle Pädagogik formuliert. Werden wir dem gerecht? Oder verbummeln wir potentielle Zukünfte?
· Die durch PISA losgetretene Bildungsdiskussion hat auch auf Seiten der Jugend- und Kulturarbeit zu einer deutlich intensivierten Diskussion, was „Bildung“ in, für die Wissens- und Netzwerkgesellschaft im Informationszeitalter ist, geführt. Hier „gibt es nichts Gutes, außer man tut es“ (frei nach Erich Kästner).
· Einerseits wird die Bildungsbedeutung der Kindertagesstätten, der Jugendhilfe, der Lebensumwelt neu aufgewertet und „informelles Lernen“ insbesondere zwischen „Sinne und Cyber“ sowie im urbanen Lebensraum betont, andererseits drohen gerade hier Einschnitte, Schließungen und Streichungen („Konsolidierungsbeiträge“ bei freiwilligen Leistungen). Kommunal kontraproduktiv?
· Die zunehmende Medialisierung und alltägliche Digitalisierung von Kindheit und Jugend nimmt weiterhin ihren wohl unabänderlichen Verlauf, ebenso aber auch das Interesse und die Notwendigkeit attraktiver körperbetonter und sozial-kommunikativer, zu den Medien konkurrenzfähiger Angebote: Eine neue gesamtpädagogische Aufgabe zur „Balance“ und zur „Angebotsvielfalt“, durchaus auch mit systematischen Wechselwirkungen real/ digital ist entstanden. Sie gilt es, qualitativ und quantitativ zu realisieren. Wir haben die Chance, und eigentlich eine Verpflichtung ... vor Ort und in der ganzen Stadt, auch mit einem besonderen Akzent bei sozialen Brennpunkten, zur „gender-Thematik“ und zu „Interkulturellem“.
Insbesondere im kommunalen Rahmen und Aufgabenspektrum gilt es in der verantwortlichen Wahrnehmung von „Medienbildung“ in der Spanne von „Sinne & Cyber“ Angebote nah und differenziert an die „Adressaten“, die Kinder, Jugendlichen und Familien zu realisieren
· „für alle“: mit sozialem, unterstützendem Akzent da, wo Milieu, Familie, soziale Lage dies nicht ausreichend leisten kann: Es gilt, die Spannung zwischen „information rich“ und „information poor“ zu reduzieren.
·
mit
spezifischen Inhalten und Vermittlungsformen entsprechend gesellschaftlichen
Gruppierungen
·
gender-Aspekt: Angebote speziell für Mädchen/ Jungen
·
interkulturelle Aspekte: je eigene Kulturen fördern wie auch integrative
Rahmenbedingungen schaffen (Sprache, Schul- und Ausbildungsförderung)
·
attraktive Fort- und Weiterbildungschancen für speziell Interessierte,
multimedial Hochqualifizierte
·
Angebote zur Medienqualifizierung für zukünftige Arbeitswelten und Berufsfindung
·
Frühförderung: Was Hänschen (oder Mariechen) nicht lernt: Computer im
Kindergarten, digitale Spielplätze u.a.
· erreichbar und motivierend (geografisch, altersspezifisch, finanziell, atmosphärisch) für unterschiedliche Spiel- und Lerninteressen, für Freizeit und Ausbildung: Der territorial-gesamtstädtische Ansatz.
All dies ist gerade für alltagstauglich-lebensweltliche Medienbildung im entscheidenden kommunalen Rahmen immer mehr – und eigentlich nur noch - in kooperativ vernetzten Formen (z.B. Schule – Jugend – Familie – Soziales - Kultur – Kunst) denkbar und machbar: Dies entspricht auch den vernetzt-flexiblen Kommunikations- und Informationsstrukturen der „digitalen Welten“, zunehmend.
„Orientierung“ und „Navigation“ in den „Labyrinthen der Möglichkeiten und Wirklichkeiten“ ist ein, das zentrale Lernziel der Zukunft, auch als Teil allgemeiner „Lebenskompetenz“ und „Lebenskunst“.
Medien, alte und neue, der selbstbewusst-gestaltende Umgang mit Zeichen und Symbolen, Informationen und Kommunikationsweisen gehört unabweisbar dazu: Mit einem sowohl inhaltlichen wie auch technischen „Kompetenzanteil“, mit sowohl persönlich-biografischen wie auch berufsbildend-ökonomischen Dimensionen.
Fazit: „Medienbildung“ für alle ist auch Gesellschaftspolitik, Bildung, Kultur, Soziales im Verbund.
Das kommunale Leitbild der „kinder- und familienfreundlichen Stadt“ bezieht sich neben den unmittelbaren familiären, sozialen und kulturellen Lebensbedingungen neu auch auf den digitalen Raum, den Cyberspace und seine Spiel- und Lernwelten: Auch der urbane Lebens- und Bildungsraum hat inzwischen eine real-sinnliche wie eine virtuell-informationstechnische Seite – auch wenn diese Sichtweise noch ungewohnt ist, etwas „strange“ klingt. Beides sind sozusagen die zwei Seiten der gleichen Medaille: Im Verbund und Wechselbezug entscheiden sie über gegenwärtige und vor allem zukünftige Lebensqualitäten und Lebenschancen der Münchner Kinder und Jugendlichen. Denn die leben bereits und gleichzeitig da und dort: Im „Sinnenreich“ wie auch im „Cyberspace“. Und sie richten sich da und dort ein, als ihre eigene Lebenswelt, im Prinzip „Ganzheitlichkeit“ zugunsten „Leben lernen“.
Hier aktuell, zeitgemäß,
professionell und fachlich vernetzt durch Information, Kooperation,
Qualifizierung und Innovation beizutragen ist Leitbild und Ziel der AG
Inter@ktiv im
Interesse der Münchner Kinder, Jugendlichen und Familien: Die lebens- und
liebenswerte Stadt in all ihrer Komplexität und Dimensioniertheit, expansiv auch
in den virtuellen Raum und mit „Portalen“ in die und zwischen den verschiedenen
Wirklichkeiten.
(Wolfgang Zacharias, AG Inter@ktiv/ Organisationsstelle)
In der kulturellen Bildungsarbeit, in Kulturpädagogik und in der kommunalen Kinder- und Jugendkulturarbeit geht es um das didaktische Dreieck:
„Sache, Fachlichkeit“ (z.B. Kunst, Kultur, Medien),
„Adressaten“ (Kinder, Jugendliche, Familien) und
„Methoden, Vermittlungsformen“ (Organisations- und Rahmenbedingungen, Arbeitsweisen).
Aus diesem Zusammenhang und den Wechselverhältnissen entsteht das besondere
Profil eines spezifischen professionellen Arbeitsfeldes z.B. als öffentliche
Aufgabe.
„Neue Medien“ und ihre
aktuelle Entwicklungsdynamik sind dafür eine zeittypische Herausforderung,
insbesondere in den Bereichen der Jugendarbeit, der Bildung, der Künste und
Kultur und der urbanen Lebensumwelten.
Zielorientierte Stichworte
dazu:
·
Medienkompetenz
·
Partizipation
·
Qualifizierung
·
Kreativität
Insbesondere auf Initiative und
mit Bezug auf Münchner Entwicklungen hat sich für diesen Bereich
querschnittsorientierter Kinder- und Jugendkulturarbeit (Kultur, Schule,
Soziales – Jugend – wie es sich im kommunalen Koordinationsforum München
KoFo abbildet) auch bundesweit der Begriff „kulturelle
Medienbildung“ herausgebildet.
Die experimentelle Beschäftigung damit ist aktuell auch immer Entwicklungsarbeit zugunsten zukunftsfähiger Kompetenzen und Qualifikationen der Kinder und Jugendlichen. Dass diese Verläufe nicht mehr nur referatsspezifisch und bezogen auf einzelne Einrichtungen zu organisieren sind, liegt auf der Hand. Dies ist auch die entscheidenden Begründungen für die Existenz und Etablierung der „AG Inter@ktiv“.
Neuerungen
In der Gesamtbewertung 1995 –
2001 ist das Jahr 2001 herausragend: Im Beschluss vom 27.3.2001 wurde für die AG
Inter@ktiv eine zunächst dreijährige Förderung
beschlossen, um eine mehr längerfristig-objektivierte und nicht nur
einzelpersonenabhängige Weiterarbeit zu ermöglichen. Diese Verstetigung und
Verbesserung der Rahmenbedingungen („Qualifizierung und Professionalisierung
durch Verfahren“) bezieht sich auf Struktur und Arbeitsweise der AG Inter@ktiv:
Struktur
Bisher
ist die Struktur von Inter@ktiv gekennzeichnet durch Offenheit und
Freiwilligkeit. Formale Regelungen existieren nicht. lnter@ktiv entstand 1995
durch den Zusammenschluss von Aktiven im Bereich der Medienarbeit, die sowohl
die AG ins Leben riefen als auch das Herbstevent und die Idee der
Partnerschaften. Seitdem hat sich lnter@ktiv als Kommunikations- und
Koordinationsfeld im Bereich lnternet und Neue Medien in der Arbeit mit Kindern
und Jugendlichen in München etablierte Inter@ktiv hat sich auf diese Weise als
ein Netzwerk entwickelt und bewährt, das auch bundesweit als beispielhaft
anerkannt ist. Das liegt zum Einen an der fachlichen Arbeit, zum Anderen daran,
dass bei lnter@ktiv viele Anforderungen an moderne Organisationsstrukturen und
auch an das Lernen mit Internet und Neuen Medien bereits umgesetzt werden.
Steuerung und Arbeitsweise
Steuerungsgremium
ist die Runde der Referentinnen und der Referenten der beteiligten Referate
Kultur, Schule und Soziales. Die AG lnter@ktiv erarbeitet jeweils die
Zielsetzungen für das Geschäftsjahr und legt diese einschließlich eines
Kostenplans dieser Runde vor. Die AG lnter@ktiv besteht derzeit aus
Vertreterinnen und Vertretern des Schul- und Kultus-, des Kultur- und des
Sozialreferats sowie des JFF-Institut für Medienpädagogik in Forschung und
Praxis, des Medienforums e.V., des Medienzentrums München, der Münchner
Volkshochschule, der Pädagogischen Aktion/ Spielkultur und des SIN - Studio im
Netz. Die AG lnter@ktiv gibt sich ein Statut, dass das Binnenverhältnis regelt.
Die Partnerinnen und Partner vernetzen sich unter der Leitung der AG Inter@ktiv
in der sogenannten Großen Runde. Mit der Organisation ist die Koordinationsstelle betraut.
Das
Controlling wird sichergestellt durch die jährliche Berichterstattung der AG
Inter@ktiv an die Referentenrunde. Nach Ablauf des zweiten Jahres der Arbeit der
Koordinationsstelle wird ein Evaluationsbericht erstellt. Auf dieser Grundlage
erfolgt die Entscheidung über die Fortschreibung der Koordinationsstelle, der
jeweiligen weiteren Beteiligung der Referate bzw. der Änderung der
Organisationsform.
Damit ist 2001 ein deutlicher
Fortschritt erzielt worden. Er betrifft
·
den kommunal beschlossenen und
damit präzisierten Status mit Anbindung (KoFo)
·
das jährliche Arbeitsprogramm
als Auftrag an die Organisationsstelle der AGInter@ktiv
·
die Förderung mit je
anteiliger Finanzierung der beteiligten Referate
· den jährlichen Bericht und Evaluationsauftrag nach zwei bzw. drei Jahren.