Erstellt vom SIN - Studio im Netz e. V., München, 2008

 

Jugendschutz-Filterprogramme


Inhaltsverzeichnis


1.   Einleitung

2.   Was sind Filterprogramme?

3.   Funktionsweise von Filterprogrammen

4.   Problematik der Filtersoftware

5.   Welche Filterprogramme gibt es?

      5.1  Parents Friend
      5.2  Time for Kids
      5.3  Windows Vista

6.   Kindernetz - eine Alternative

7.   Abschließende Empfehlungen

8.   Linkliste

9.   Worterklärungen / Lexikon

 

1. Einleitung

Die Nutzung des Internet ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags vieler Familien. Auch Kinder und Jugendliche möchten das ‚world wide web’ entdecken. Dabei bietet das Internet viele interessante und spannende Seiten, die für junge Menschen geeignet sind. Allerdings beinhaltet das Internet auch Seiten, die kinder- und jugendgefährdend sind und vor denen die jungen Menschen geschützt werden müssen. Um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche für sie ungeeignete Inhalte sehen können, kann als technisches Hilfsmittel eine Filtersoftware eingesetzt werden. Ziel eines solchen Filters ist es, das Internet auf Pornographie, Gewaltdarstellungen, Rassismus etc. zu überprüfen und entsprechende Seiten ggf. zu sperren, bevor sich der Nutzer die Seite ansehen kann.
So gut die vorhandenen Filterprogramme inzwischen auch sein mögen, einen allumfassenden Schutz für die Kinder im Internet bieten sie allerdings nicht. Die pädagogisch Verantwortlichen stehen nach wie vor in der Pflicht, ihren Kindern den richtigen Umgang mit den Medien zu vermitteln.

 

2. Was sind Filterprogramme?

Filterprogramme wehren bestimmte Internetseiten ab, so dass sie nach der Eingabe der Internetadresse nicht angezeigt werden. Es gibt Filterprogramme, die man kaufen oder im Internet kostenlos herunterladen kann. Andere Filter werden bereits im Betriebssystem mitgeliefert.

 

3. Funktionsweise von Filterprogrammen

Die existierenden Filterprogramme unterscheiden sich nicht nur in ihrem Preis, sondern auch in ihrer Funktionsweise: Manche Filter sperren Seiten, in denen ein oder mehrere ‚verbotene’ Begriffe auftreten. Raffiniertere Varianten durchsuchen die Internetseiten nach bestimmten Mustern oder Bildern und beurteilen damit, ob die Seiten kinder- und jugendgefährdend sind oder nicht. Des Weiteren besteht bei einigen Filterprogrammen die Möglichkeit, dass der Nutzer oder der Anbieter des Programms eine Liste mit bestimmten Begriffen oder ganzen Internetseiten anlegt. Begriffe oder Seiten auf so genannten ‚black lists’ führen dazu, dass die betreffenden Internetseiten gesperrt und nicht angezeigt werden. Im Gegenzug ist es möglich, so genannte ‚white lists’ anzulegen, die darauf vermerkte Internetseiten immer zulassen. Als letzte Möglichkeit können die Internetanbieter ihre Seiten aber auch freiwillig einschätzen und mit dem virtuellen Siegel der ICRA versehen, das von bestimmten Filterprogrammen erfasst wird. 

Ein weiterer Unterschied zwischen den Filterprogrammen ist die Menge der gesperrten Internetseiten. Während einige Filter alle Seiten abwehren, die in irgendeiner Form kinder- und jugendgefährdend sein könnten, kann der Nutzer bei anderen das Ausmaß der ‚Zensur’ selbst festlegen oder nach Altersgruppen und Tageszeit differenzieren. Manche Filter bieten die Möglichkeit, nicht nur das Internet, sondern die Nutzung des ganzen Computers für die Kinder und Jugendlichen zu beschränken. Hierbei ist es z.B. möglich, bestimmte Laufwerke oder Programme zu sperren.
Nützlich ist zudem eine Protokollliste, die in allen Filterprogrammen enthalten ist. Diese kann nicht gelöscht werden und zeigt an, welche Seiten die Kinder und Jugendlichen besucht haben und welche durch das Filterprogramm gesperrt wurden. Bei der Installation eines Filters muss immer ein Verantwortlicher, also ein Administrator, angegeben werden, der das Hauptpasswort besitzt und als Einziger Änderungen im Programm vornehmen kann. Dieses Passwort wird auch zur Deinstallation des Filters benötigt, damit ihn die Kinder und Jugendlichen nicht ausschalten und umgehen können.

 

4. Problematik der Filtersoftware

Auf Grund einiger technischer Schwierigkeiten ist das Nutzen einer Filtersoftware allerdings nicht ganz unproblematisch. Bei Filtern, die mit Wörtern oder Wortfragmenten arbeiten, werden oftmals nicht nur kinder- und jugendgefährdende Seiten, sondern auch nützliche und ungefährliche Seiten gesperrt. Ein Beispiel hierfür ist der Begriff ‚Staatsexamen’, der von bestimmten Filtern abgewehrt wird, da das Wort ‚Sex’ enthalten ist. Ein Filter, der die Internetseiten nach bestimmten Mustern durchsucht, ist hier etwas genauer. Umgekehrt ist es auch möglich, dass zu wenige Seiten gesperrt werden, da sie durch das Raster des installierten Filters fallen. Als Beispiel können hier fremdsprachige Internetseiten genannt werden. Bei der Sperrung auf Grund von ‚black lists’ besteht außerdem das Problem, dass nicht alle existierenden kinder- und jugendgefährdende Internetseiten erfasst werden können. Da das Internet global und für jeden frei zugänglich ist, ist es nahezu unmöglich, alle Inhalte zu kontrollieren und zu erfassen. Je nachdem, aus welchem Land das Filterprogramm stammt, werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Während bei Filtern aus den USA der Schwerpunkt auf dem Sperren von pornographischen Inhalten liegt, ist bei deutschen Programmen auch die Abwehr von rassistischen Seiten wichtig.

Ein weiterer Punkt ist, dass besonders Jugendliche die meisten Filter relativ leicht umgehen können, indem sie fremdsprachige Seiten besuchen oder mit der Zeit herausfinden, welche kinder- und jugendgefährdenden Internetseiten durch das Raster des installierten Filters fallen.

 

5. Welche Filterprogramme gibt es?

Um einen Einblick in existierende Filterprogramme zu geben, wurden drei verschiedene auf ihre Funktionsweise und Effizienz getestet.

 

5.1 Parents Friend

Das Filterprogramm ‚Parents Friend’ kann auf www.parents-friend.de als eingeschränkte Testversion kostenlos heruntergeladen werden. In der Vollversion kostet es für den Privatgebrauch 5 €. Dieses Filterprogramm sperrt Internetseiten auf Grund von ‚black lists’, wobei vier bereits im Programm enthalten sind. ‚Black lists’ zu anderen unerwünschten Bereichen müssen selbst erstellt werden. Parents Friend kann aber auch dazu verwendet werden, den Computergebrauch von Kindern und Jugendlichen allgemein zu begrenzen. Dabei ist es möglich, bestimmte Programme oder Dateien zu sperren oder eine Zeitbegrenzung einzustellen. Da Parents Friend ein ‚unsichtbares’ Programm ist und immer im Hintergrund läuft, müssen entweder verschiedene Benutzerkonten eingerichtet oder bestimmte Inhalte für vorgegebene Zeiten freigegeben werden. Dadurch ist es möglich, eine Altersdifferenzierung zu erreichen.

Bei diesem Filterprogramm ist es möglich festzulegen, dass der Browser beim Aufruf einer gesperrten Internetseite sofort beendet wird. Das bietet den Vorteil, dass die Kinder und Jugendlichen das Internet immer wieder neu öffnen müssen und dadurch oftmals die Lust verlieren, nach ungeeigneten Seiten zu suchen. Allerdings beinhaltet dieser Filter auch einige Probleme. Beispielsweise ist die Navigation innerhalb des Programms recht unübersichtlich, wodurch einige Funktionen ausprobiert werden müssen. Zudem werden im Protokoll die besuchten Internetadressen nicht angezeigt. Der Administrator erfährt zwar, dass der Filter eine Seite gesperrt hat, er weiß aber nicht, welche Seite es war und aus welchem Grund die Sperrung erfolgt ist.

Parents Friend - ausführlicher Text

 

5.2 Time for Kids

Um time for Kids an einem Einzelcomputer installieren zu können, kann dieser Filter bei www.time-for-kids.de für ca. 20 € käuflich erworben werden. Auf der Basis einer Internetdatenbank, die ständig aktualisiert wird, werden Internetseiten verschiedenen Kategorien zugeordnet und dann entweder gesperrt oder freigegeben. Beispiele für solche Kategorien sind ‚online einkaufen’ oder ‚chatten’. Ob eine Kategorie freigegeben wird oder nicht, entscheidet der Administrator. Er kann für jeden Nutzer ein Profil erstellen, in dem die Standardeinstellungen individuell verfeinert werden können. Hierbei können Altersbeschränkungen eingegeben, die zugelassenen Kategorien aufgenommen und eine Zeitsperre eingestellt werden. Zusätzlich ist es möglich, benutzerdefinierte 'white' und 'black lists' zu erstellen. Dadurch ist es möglich, bestimmte Seiten einer gesperrten Kategorie zuzulassen oder Seiten, die außerhalb der gesperrten Kategorien liegen, abzuwehren. Jeder Benutzer erhält ein Passwort und muss sich anmelden, bevor er im Internet surfen kann. Durch die Anmeldung werden die benutzerdefinierten Einstellungen aktiviert.

Ein Vorteil dieses Filterprogramms ist, dass ein Zeitplan eingerichtet werden kann. Hierbei kann der Administrator festlegen, zu welcher Zeit die jeweiligen Nutzer im Internet surfen können. Wird das Internet außerhalb der Frist aufgerufen, erscheint eine Fehlermeldung. Außerdem kann hervorgehoben werden, dass sehr wenig nützliche Seiten durch den Filter gesperrt werden. Trotz allem ist es auch bei Time for Kids möglich, auf Internetseiten zu gelangen, die kinder- jugendgefährdend sind. Hierzu ist zu sagen, dass der Filter mit zusätzlichen 'black' und 'white lists' effektiver arbeitet.

Time for Kids - ausführlicher Text

 

5.3 Windows Vista

Im Paket von Windows Vista wird eine Jugendschutzoption angeboten. Man findet sie bei ‚Systemsteuerung’ unter der Rubrik ‚Jugendschutz’. Neben einem Internetfilter besteht die Möglichkeit, eine Zeitsperre einzurichten oder bestimmte Programme und Spiele zu sperren. Der Filter arbeitet mit einer Worterkennung, wodurch er eine relativ hohe Wirksamkeit hat. Es ist möglich, den Internetfilter auf verschiedene Stufen einzustellen. Dabei kann zwischen einem hohen Schutz, einem mittleren Schutz und einer benutzerdefinierten Einstellung, die der Administrator vornimmt, gewählt werden. In dieser Einstellung können, wie bei Time for Kids, bestimmte Kategorien, wie z.B. 'Gewalt' oder 'chatten' zur Abwehr ausgewählt werden. Ein Protokoll der gesperrten Seiten wird dem Administrator in regelmäßigen Abständen automatisch gezeigt, er kann es aber auch auf Wunsch abfragen.

Dadurch, dass der Filter mit einer Worterkennung arbeitet, besteht auch hier die Problematik, dass harmlose oder nützliche Internetseiten gesperrt werden. Trotzdem bietet er besonders durch die benutzerdefinierte Einstellung einen recht guten Schutz.

Windows Vista - ausführlicher Text

 

6. Kindernetz - eine Alternative

Um jüngere Kinder bis ca. 10 Jahre an das Internet heranzuführen, gibt es als Alternative zu einem Filterprogramm die Seite www.kindernetz.de vom SWR, die als Startseite eingerichtet werden kann. Im Kindernetz können sich die Kinder zu verschiedenen Themen informieren, mit Freunden chatten oder online spielen. Vorteilhaft ist, dass alle Internetseiten, auf die verlinkt wird, mit dem internationalen Siegel ICRA gekennzeichnet sind.

 

7. Abschließende Empfehlungen

Wie aus den bisherigen Ausführungen deutlich wird, können Kinder und Jugendliche nicht vollständig vor gefährdenden Internetseiten geschützt werden. Die Filterprogramme bieten zwar einen gewissen Schutz, trotzdem weisen sie alle Lücken auf, durch die man gewollt und auch ungewollt nicht geeignete Seiten besuchen kann. Hinzu kommt, dass das Internet in Zukunft durch die verschiedenen Handy-Neuerungen zunehmend mobil werden wird. Das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen künftig zu jeder Zeit und an jedem Ort ungehindert surfen können, nicht mehr nur am heimischen PC, auf dem möglicherweise ein Internetfilter installiert ist.
Deshalb ist es wichtig, dass pädagogisch Verantwortliche nicht allein auf Filtersoftware vertrauen, sondern die Kinder und Jugendlichen dabei unterstützen, ihre Kompetenz im Umgang mit Medien zu entwickeln und auszuformen. Dazu gehört auch, dass ‚hässliche’ Seiten weggeklickt und rechtsextremistische Seiten richtig eingeschätzt werden.
Eines ist auf jeden Fall klar: Die Kinder werden älter und werden sich früher oder später nicht mehr von Filterprogrammen gängeln lassen.

 

8. Linkliste

Informationen für Eltern und Pädagogen

www.saferinternet.at/themen/unerwuenschte-inhalte
Allgemeine Erklärungen und praktische Tipps für den Umgang mit dem Internet für Kinder, Eltern und pädagogisch Verantwortliche, aber auch zur Funktionsweise von Filtersoftware

www.klicksafe.de
Viel Material und Tipps zum Surfen, aber auch zu Computerspielen oder Handys

www.bsi-fuer-buerger.de/kinder/checkliste.htm
Eine Liste mit Regeln für den Gebrauch des Internets, die als Grundlage für ein Gespräch mit Kindern dienen könnte

http://www.zappen-klicken-surfen.de/
Online-Material-Börse für Eltern und ErzieherInnen

http://www.chatten-ohne-risiko.de/
Überblick über Chaträume für Kinder und Jugendliche

http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=4712.html
praktischer Leitfaden für Eltern und Pädagogen

http://www.jugendschutz.net/hotline/index.html
Hier gibt es ein Beschwerdeformular, womit man gefährdende Internetseiten auch anonym melden kann

www.polizeiberatung.de
Gefahren und Probleme im Netz und wie man sich schützen kann

Internetseiten für Kinder

 www.seitenstark.de
Alle Seiten des Kindernetzes im Überblick mit kurzen Informationen

 www.blinde-kuh.de
Suchmaschine für Kinder, z.B. als Startseite

www.kindernetz.de
geeignete Seiten für Kinder mit Links und Informationen für Eltern

 Filter und Filtertestberichte

www.jusprog.de
kostenloser Filter zum herunterladen (nicht getestet)

www.schule.bayern.de/beratung/iuk/filter/anbieter.php
kurzer Testbericht, auch über Time for Kids, aber mit Schwerpunkt auf den Gebrauch in Schulen

http://www.lfs.bsb-muenchen.de/fachstellenserver/edv/dokumente/jugendschutzfilter.pdf
Übersicht über aktuelle Tests

http://www.heise.de/ct/tv/artikel/87809
Testbericht von anderen Programmen

 www.icra.org
Die Homepage der Label – Organisation (leider größtenteils auf Englisch)

 

9. Worterklärungen / Lexikon

-         Filtersoftware: Dies ist ein Programm, das im Hintergrund mitläuft und den Benutzer daran hindert, auf bestimmte Internetseiten oder Programme zuzugreifen. Die Einstellungen sind oftmals durch ein Passwort geschützt und können nur vom sog. Administrator verändert werden.  

-         Administrator: Derjenige, der das Hauptpasswort besitzt und als Einziger alle Einstellungen verändern kann, ist der Administrator. Das Hauptpasswort für die Filtersoftware sollte natürlich vor den Kindern geheim gehalten werden.

-         black lists (Negativlisten): Die darin enthaltenen Seiten oder Wortfragmente werden im Internet auf keinen Fall zugelassen.

-         white lists(Positivlisten): Sie lassen alle Seiten zu, die darauf stehen, sogar wenn diese eigentlich durch eine 'black list' gesperrt wurden.

-         ICRA: Die Internet Content Rating Association (ICRA) stellt Internetanbietern einen Fragebogen zur Verfügung, mit dem sie ihre Internetseite selbst einschätzen und dann eine Art Siegel darauf laden können. Dieses Label auf freiwilliger Basis ist die Grundlage für einige Filter.

-         Windows Vista: Dies ist das derzeit aktuelle Betriebssystem der Firma Microsoft, welches am 30. Januar 2007 erschienen ist. Windows Vista wurde als Nachfolger von Windows XP entwickelt.

-         Overblocking: Dieser Begriff beschreibt die Tatsache, dass ein Programm zu viele Seiten sperrt, da es nur auf Wörter reagiert. Wenn diese Begriffe in einem anderen Zusammenhang auftauchen und dann beispielsweise der Aufklärung dienen, wird die Internetseite trotzdem nicht angezeigt.

 

 

Parents Friend - ausführlicher Text

Das Filterprogramm Parents Friend kann auf www.parents-friend.de in einer Testversion kostenlos heruntergeladen werden (eingeschränkte Anzeige). In der Vollversion kostet es für den privaten Gebrauch 5 €, für Schulen oder Internetcafés 125 €. Zusätzlich kann man für 49 € ein so genanntes KontrollCenter erwerben, das es möglich macht, mehrere Computer zu beaufsichtigen. Parents Friend sperrt Internetseiten aufgrund einer 'black list', kann aber auch dazu genutzt werden, den Computergebrauch von Kindern allgemein zu begrenzen (Sperren von Programmen, Dateien, Einstellen einer Zeitsperre). Da Parents Friend ein ‚unsichtbares’ Programm ist und immer im Hintergrund läuft, muss man entweder verschiedene Benutzerkonten einrichten, um eine Altersdifferenzierung zu erreichen oder man kann bestimmte Inhalte für vorgegebene Zeiten freigeben. Die Installation ist einfach und verläuft ohne Probleme. In das Kontrollzentrum des Programms gelangt man mit einer Tastenkombination, woraufhin das Passwort eingegeben werden muss. Gleich nach dem Installieren, wenn man noch kein Passwort eingegeben hat, drückt man einfach die Enter-Taste, damit das Programm erscheint. Ist alles eingestellt, klickt man auf ‚Änderungen speichern’ und dann auf ‚Programm beenden’, damit die Einstellungen auch angewandt werden. Wurde nichts verändert, genügt es, auf ‚Programm unsichtbar’ zu klicken, damit das Fenster verschwindet. Im Programm sind vier 'black lists' verfügbar. Drei davon enthalten Programme und eine sowohl deutsche, als auch englische Begriffe aus dem Bereich der Pornographie. 'Black lists' zu anderen unerwünschten Bereichen müssen selbst erstellt oder aus dem Internet heruntergeladen werden. Man kann bei jedem Begriff angeben, ob er allein oder als Wortbestandteil verboten ist. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile: Sperrt man z.B. nur den einzelnen Begriff ‚Sex’, werden Wörter wie ‚sexy’ trotzdem zugelassen. Die Sperrung des Wortes als Wortbestandteil führt dazu, dass sinnvolle Begriffe wie ‚Antarktisexpedition’ oder ‚Staatsexamen’ geblockt werden.  

Probleme:

-         'Black lists' zu anderen Bereichen selbst zu erstellen ist problematisch, da alle Seiten, in denen z.B. das Wort ‚Nazi’ vorkommt, gesperrt werden. Darunter fallen auch solche, die aufklärerische Funktion haben. Zum anderen ist die Erstellung der 'black lists' sehr zeitaufwändig und es ist nahezu unmöglich, alle Begriffe abzudecken.

-         Alle Seiten werden so lange angezeigt, bis sie vollständig geladen sind. Das kann einige Sekunden dauern und es ist möglich, für Kinder ungeeignete Fotos kurz zu sehen, bevor der Browser geschlossen wird.

-         Klickt man auf eine Seite, die gesperrt wird, schließt sich das Internet ohne Begründung und ohne Warnung automatisch. Das führt dazu, dass man den Browser umständlich wieder öffnen muss, auch wenn man nur aus Versehen auf einen solchen Link gekommen ist.

-         Die Navigation innerhalb des Programms ist nicht sehr übersichtlich und das Hilfsprogramm erklärt grundlegende Probleme nicht. Zum Teil müssen einige Funktionen erst ausprobiert werden.

 -         Das Protokoll ist relativ unübersichtlich, da die Seitenadressen nicht angezeigt werden. Somit weiß man zwar, dass der Filter eine Seite gesperrt
       hat, erfährt aber nicht welche und warum die Sperrung erfolgt ist. Screenshots können nur in der Vollversion abgerufen werden. 

Vorteile:

-         Man kann den Filter nicht über die Funktion ‚im Cache’ bei Google umgehen. Er reagiert hier genauso wie bei normalen Internetseiten.

-         Der Filter ist recht effektiv. Es besteht allerdings die Gefahr von overblocking. Außerdem werden fremdsprachige Seiten zum Teil nicht erkannt.

-         Wenn eine Seite gesperrt werden soll, kann man an den Einstellungen bestimmen, ob der Nutzer automatisch auf eine festgelegte Internetseite umgeleitet wird oder ob der Browser beendet wird. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass die Kinder das Internet jedes Mal neu starten müssen und so die Lust verlieren, nach ungeeigneten Seiten zu suchen.


Parents Friend
 

 

Filtertechnik

'black lists' (selbst eingegebene Begriffe)

Was wird gesperrt?

Internetseiten, die die angegebenen Schlagworte enthalten

Preis

kostenlos aus dem Internet,
als Vollversion 5 €

Effizienz

Es besteht eine Problematik zwischen unzureichender Sperrung aufgrund der hohen Variation von ‚verbotenen’ Begriffen und dem Sperren von harmlosen oder auch nützlichen Seiten

Zusätzliche Funktionen

Zeitsperre, Sperren von Programmen, Dateien oder Pfaden auf dem Computer möglich

Bedienung/Installation

Installation ohne Probleme; die Bedienung ist etwas kompliziert, da sie teilweise unlogisch ist

 

 

Time for Kids (Internetfilter plus) - ausführlicher Text

Time for Kids ist ein Internetfilter, der sowohl für einen einzelnen Computer als auch für ein Netzwerk (z.B. an Schulen) installiert werden kann. Alle Filter gibt es auf www.time-for-kids.de. Getestet wurde nur der Filter für einzelne Computer, der laut Hersteller über weniger Zusatzfunktionen verfügt als der Schulfilter. Auf der Basis einer Internetdatenbank, die laufend aktualisiert wird, werden Seiten verschiedenen Kategorien (z.B online einkaufen) zugeordnet und dann entweder gesperrt oder freigegeben. Ob eine Seite freigegeben wird oder nicht, entscheidet der so genannte Administrator. Er kann für jeden Nutzer ein Profil erstellen, in dem man Standardeinstellungen noch zusätzlich verfeinern kann. Diese Einstellungen umfassen eine Alterseinschränkung, die zugelassenen Kategorien, eine Zeitsperre und 'white' bzw. 'black lists'. Jeder Benutzer erhält ein Passwort und muss sich anmelden, bevor er ins Internet gehen kann. Ist man nicht angemeldet, erscheint zwar das Fenster von Firefox oder Explorer, es kommt aber immer, egal welche Adresse man eingibt, die Meldung von Time for Kids, dass die Seite nicht zugelassen werden kann. Ist man angemeldet, entscheiden die Einstellungen, auf welche Seiten zugegriffen werden kann. Dafür gibt es entweder Standardeinstellungen, die aber noch nicht altersdifferenziert sind oder aber der Administrator stellt die Beschränkungen individuell ein.

Probleme:

-         Wie bei jedem Filter kann man auch bei Time for Kids auf Seiten gelangen, die z.B. rechtsextreme Inhalte aufweisen, aber noch nicht eingeordnet wurden. Der Anteil an nützlichen Seiten, die gesperrt werden, ist aber gering (von Wikipedia wird z.B. alles über alle Themen zugelassen).

-         Mithilfe von Google kann man den reinen Filter (ohne 'black lists', siehe unten) leicht umgehen. Die Seite lässt sich zwar nicht direkt anklicken, aber mit der Option ‚im Cache’ kann man sich jede Seite anzeigen lassen. Im Cache funktionieren die Links zwar nicht, aber meistens sind bereits die Startseiten kinder- und jugendgefährdend. Wenn man auf den Link klickt, wird in der Fehlermeldung von Time for Kids die genaue Adresse angezeigt. Kopiert man diesen Link dann in die Suchzeile von Google, kommt man (zugegebenermaßen etwas umständlich) ungehindert auf viele Seiten, die ansonsten gesperrt wären, ohne sich viel mit Technik auskennen zu müssen. Um dieses Hintertürchen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Adressbestandteil aller Caches von Google und Yahoo „search?q=cache“ in die 'black list' einzutragen. Dadurch kann wirklich auf keinen Cache zugegriffen werden, da alle gesperrt werden. Auf diese Weise kann mehr Sicherheit gewährleistet werden.

-         Bilder werden nur gesperrt, wenn ein eindeutiges Wort (‚porno’) im Bildtitel enthalten ist. Auch hier kann man über Google ‚Bilder’ alles anschauen, da die Grafiken zuerst bei Google abgespeichert sind (selbes Prinzip wie beim ‚Cache’). Erst, wenn man die Bilder anklickt oder die entsprechenden Seiten aufruft, kommt die Fehlermeldung.

-         Der Filter verlangsamt das Internet deutlich. Vor allem Bilder brauchen sehr lange, bis sie geladen sind. Der Administrator darf auf alle Seiten zugreifen. Bei ihm wird der Filter ausgeschaltet und die Geschwindigkeit ist somit normal.

Vorteile:

-         Die Einstellungen können problemlos und einfach geändert werden.

-         In Kombination mit (selbst erstellten) 'black lists' ist der Filter effektiver, allerdings sollte man sich gut überlegen, welche Begriffe man in die 'black list' schreibt. Wird z.B. ‚porno’ eingegeben, werden alle Seiten gesperrt, die diesen Begriff enthalten. Allerdings ist die englische Version ‚porn’ noch zugänglich (abzüglich der Seiten, die durch den Filter sowieso schon gesperrt werden).

-         Eine kurze und unlöschbare Verlaufsliste ist jederzeit (auch ohne Passwort) abrufbar. Durch sie kann der Administrator Seiten sofort sperren, wenn sie ihm verdächtig vorkommen. Ausführlicher (vielleicht sogar etwas zu detailliert, also unübersichtlich) ist ein Protokoll aller Benutzer, das in den Einstellungen abgerufen werden kann. Dieses kann nur der Administrator einsehen und dann auch sehr schnell löschen.

-         Das Passwort des Administrators wird abgefragt, sobald man etwas verändern will. Dies stellt eine zusätzliche Sicherung dar, solange die Kinder oder Jugendlichen das Passwort nicht kennen.

-         Im Zeitplan kann eingestellt werden, welcher Benutzer zu welcher Zeit ins Internet gehen darf. Geht man außerhalb seiner Frist oder unangemeldet ins Internet, erscheint bei der Eingabe jeglicher Internetadressen eine Fehlermeldung.


Time for Kids
 

 

Filtertechnik

Kombination aus ständig aktualisierter Bewertung, benutzererstellten 'white' und 'black lists' und Zeitsperre

Was wird gesperrt?

Es ist möglich, viele Bereiche abzudecken, neben den hinlänglich bekannten auch 'chatten', 'online einkaufen' und Flirtportale

Preis

für Einzelplatz ca. 20 €,
für Schulen ab 145 €

Effizienz

Allein ist der Filter nicht so wirksam, da man ihn mit Google leicht umgehen kann. Auch sonst werden einige Seiten trotzdem zugelassen. Mit 'black lists' wird der Filter effektiver. Man bräuchte aber einen Leitfaden, was man alles aufnehmen sollte, um einen guten Schutz zu gewährleisten.

Zusätzliche Funktionen

Protokollfunktion, altersdifferenzierte Einstellung

Bedienung/Installation

relativ einfach, wenn man sich erst einmal auskennt und solange man das Passwort weiß; gute Bedienungsanleitung

 

 

Windows Vista - ausführlicher Text

Im Paket von Windows Vista wird eine Jugendschutzoption angeboten. Man findet sie bei ‚Systemsteuerung’ unter der Rubrik ‚Jugendschutz’. Neben einem Internetfilter besteht die Möglichkeit, eine Zeitsperre einzurichten oder bestimmte Programme und Spiele zu begrenzen. Der Filter kann auf verschiedene Stufen eingestellt werden: hoher Schutz, mittlerer Schutz und eine benutzerdefinierte Einstellung, die der Administrator selber vornimmt. Diese Einstellung kann man wie bei Time for Kids durch Ankreuzen von Kategorien, wie z.B. 'Gewalt' oder 'chatten' selbst regeln. Es ist empfehlenswert, diese Möglichkeit zu wählen, da der ‚hohe’ Filter sehr viele Seiten sperrt und der mittlere sich nicht wesentlich von ihm unterscheidet. Der Filter arbeitet mit einer Worterkennung. Das heißt, dass der Schutz recht wirksam ist, teilweise aber auch harmlose oder nützliche Seiten gesperrt werden. Zudem muss man ein eigenes Konto für jeden beschränkten Zugang einrichten und zumindest das Administratorkonto mit einem Passwort schützen, damit der Filter wirksam wird. Wird eine gesperrte Seite angeklickt, wird eine Meldung von Windows Vista angezeigt, die darauf hinweist, dass diese Adresse nicht erlaubt ist und dass man sich an den Administrator wenden soll. Der Administrator kann Seiten mit seinem Passwort direkt freischalten. Das gilt aber nur für eine Seite, nicht für die darauf angegebenen Links. Dadurch, dass die Links wiederum gesperrt werden, ist eine punktuelle Umgehung des Filters ziemlich umständlich. Ein Protokoll der gesperrten Seiten wird dem Administrator in regelmäßigen Abständen automatisch angezeigt. Auf Wunsch ist es aber möglich, das Protokoll auch vom Konto des Kindes aus abzufragen.


Windows Vista Jugendschutz
 

 

Filtertechnik

Begriffserkennung

Was wird gesperrt?

Internetseiten, die die angegebenen Schlagworte enthalten

Preis

ist beim Betriebssystem mit dabei

Effizienz

Es besteht eine Problematik zwischen unzureichender Sperrung aufgrund der hohen Variation von ‚verbotenen’ Begriffen und dem Sperren von harmlosen oder auch nützlichen Seiten aufgrund der automatischen Worterkennung. Allgemein jedoch guter Schutz, vor allem bei der benutzerdefinierten Einstellung

Zusätzliche Funktionen

Zeitsperre, Sperren von Programmen, Dateien oder Pfaden auf dem Computer möglich

Bedienung/Installation

muss nicht installiert werden; einfache Bedienung; mehrere Benutzerkonten sind aber notwendig

 

Erstellt vom SIN - Studio im Netz e. V., München, 2008